Die experimentellen Ergebnisse zeigten, dass quaternäre Ammoniumverbindungen häufig zur Behandlung vieler Viren, einschließlich Coronaviren, eingesetzt werden. Diese wirken, indem sie die schützende Lipidhülle deaktivieren, auf die behüllte Viren wie SARS-CoV-2 angewiesen sind. Quaternäre Ammoniumverbindungen werden häufig zur Abtötung von Viren empfohlen. Über 350 Produkte sind auf der EPA-Liste N: Desinfektionsmittel zur Anwendung gegen SARS-CoV-2 aufgeführt (siehe Zusatzmaterial). Die Desinfektionsmittelkonzentrationen und Einwirkzeiten (bezogen auf verschiedene Viren) für viele der auf der EPA-Liste aufgeführten Desinfektionsmittel wurden dokumentiert; Konzentrationen über 140 können das Virus innerhalb weniger Minuten inaktivieren (18).
Diese Informationen veranlassten uns zu einer umfassenderen Suche nach quaternären Ammoniumverbindungen mit Aktivität gegen Coronaviren und zur möglichen Identifizierung von Chemikalien, die bereits klinisch getestet wurden und als potenzielle Behandlung für COVID-19 eingesetzt werden könnten. Eines der Desinfektionsmittel, das nachweislich Viren zerstört (siehe Zusatzmaterial) und in Körperpflegeprodukten weit verbreitet ist, ist Cetylpyridiniumchlorid. Diese Verbindung findet sich vorwiegend in Mundspülungen und ist von der FDA als allgemein unbedenklich (GRAS) eingestuft, sodass sie auch als antimikrobielles Mittel für Fleisch- und Geflügelprodukte (bis zu 1 %) verwendet wird. Cetylpyridiniumchlorid wurde in mehreren klinischen Studien, unter anderem zur Behandlung von Atemwegsinfektionen, eingesetzt, was seine antivirale Wirksamkeit bestätigt. Cetylpyridinium fördert die Virusinaktivierung wahrscheinlich durch Zerstörung des Kapsids sowie durch seine lysosomotropische Wirkung, die, wie bereits erwähnt, typisch für quaternäre Ammoniumverbindungen ist. Dies wirft die Frage auf, ob einige der in vitro gegen SARS-CoV-2 wirksamen Wirkstoffe ein ähnliches Verhalten zeigen, d. h. ob sie das Viruskapsid zerstören und sich in Lysosomen oder Endosomen anreichern, wodurch letztendlich das Eindringen des Virus blockiert wird. Weitere veröffentlichte Studien deuten darauf hin, dass dieser Effekt durch die Anwendung von Cathepsin-L-Inhibitoren abgeschwächt werden kann.
Cetylpyridiniumchlorid (CPC)
Quaternäre Ammoniumverbindungen mit bekannter Coronavirus-Aktivität
| Molekül | Antivirale Aktivität | Mechanismus | FDA-Zulassung | Verwendung |
| Ammoniumchlorid | Murines Coronavirus, Hepatitis C, | Lysosomotrop | Ja | Verschiedene Anwendungsgebiete, unter anderem bei metabolischer Azidose. |
| Cetylpyridiniumchlorid | Influenza, Hepatitis B, Poliovirus 1 | Zielt auf das Kapsid und ist lysosomotrop. | Ja, GRAS | Antiseptika, Mundwasser, Hustenbonbons, Körperpflegeprodukte, Reinigungsmittel usw. |
Veröffentlichungsdatum: 16. April 2021

